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HZ
Klatschraketen für Hotzenplotz
Kinder! Das müßt ihr sehen! Und wenn ihr keine Karten mehr für diesen 
Sommer bekommen könnt, dann schickt bald Mama, Papa oder die 
Großeltern los, um welche für nächstes Jahr zu besorgen, wenn der 
Räuber Hotzenplotz, wenn Kasperl, Seppl, die Großmutter und all die 
anderen wieder in die Stiftsruine kommen. Denn da gehören sie hin, die 
von Regisseur Helmut Stauss so zauberhaft geführten Figuren.
Spielerisch schön
Aus der Idee, Kindertheater zu machen wurde ein Inszenierung, die sich 
so spielerisch schön in die Herzen des jungen (und älteren) Publikums 
spielte, daß zweifellos die Weichen in Zukunft weiter in Richtung 
Kindertheater gestellt bleiben müssen.
Köstlich ist es Pit Zepernick gelungen, von der Höhle bis zum Luftschloß 
Preußlers Märchenwelt auf die Bühne zu bringen – köstlich, wie es Ralf 
Christmann gelungen ist, die Darsteller genau so einzukleiden, wie sich 
das Jund und Alt in der Phantasie vorstellen.
Spannende Effekte
Mit Blitzen und Nebel führt sich der Zauberer Petrosilius Zwackelmann 
(Utz Richter) ein, in seinem Schloß, das am Ende in sich zusammenfällt, 
gibt es einen magischen Zauberspiegel und eine Trickkiste zum 
Zaubern, ein Hahn kräht, hilft und spricht auf dem Mist, Schweinchen 
grunzen um die Wette, die Unke schwitzt im echten Naß, der 
Krokokopter fliegt durch die Weiten der Ruine, ein Schnupftabaksack fällt 
aus dem Bühnenhimmel. Es hielt 1600 Kinder nicht mehr auf den 
Stühlen vor Aufregung und Begeisterung. Ralf Novak verkörpert den 
Hotzenplotz so einfältig und feige, so lieb und laut, so dick und 
melancholisch, daß er sich mit einem so berühmten Vorbild in dieser 
Rolle, wie es einmal Gert Fröbe vorgegeben hat, vergleichen kann. Die 
Kinder danken es ihm mit Trampeln, Kreischen und immer wieder mit 
Szenenapplaus.
Gewitzter Kasperl
Neben dem Seppel (Stephan Kuno) und dem Zauberer Zwackelmann ist 
es aber vor allem auch Attila Borlan als Kasperl  in seiner mindestens 
gleichwertigen Hauptrolle, der die Premiere zum unvergeßlichen Erlebnis 
machte. Sein gewitztes Spiel, die flinken Bewegungen und vor allem die 
Ansprache  an das junge Publikum, die Aufforderung ihn bei seinen 
Abenteuern zu unterstützen, das war es, was genau ins Schwarze traf. 
So durften die Kinder mit ihm etwa im dunklen Schloßkeller 
herumschleichen, mußten für ihren Kasperl kleine Kröten darstellen und 
wie Wellen schaukeln. So macht Kindertheater Spaß. Das junge 
Publikum hofft auf viele Fortsetzungen und weitere spannende 
Abenteuer. (Markus Fromm) 
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